Birgit Schrowange kann loslassen

Birgit Schrowange „Ich kann loslassen“ – Die Moderatorin erinnert sich noch sehr gut an ihre Anfänge bei RTL

Seit 31 Jahren steht Birgit Schrowange bereits vor der Kamera. Nach ersten Anfängen beim WDR und einem Jahrzehnt als Ansagerin beim ZDF, ließ sie sich von Privatfernsehvisionär Helmut Thoma vor 20 Jahren in Richtung RTL abwerben, wo sie seit der ersten Sendung im Oktober 1994 das Gesicht des Wochenmagazins „Extra“ ist. In einem Interview spricht Birgit Schrowange über ihre außergewöhnliche Karriere, aber auch über ein mögliches Karriereende.

Können Sie sich an Ihre erste „Extra“-Sendung im Oktober 1994 erinnern?
Birgit Schrowange: Ziemlich genau: Ich trug einen schwarzen Hosenanzug und hatte dunkle, lange Haare mit grauen Strähnen. Und ich war wahnsinnig aufgeregt.

Birgit Schrowange Oben Ohne am Strand Abgesehen von Frisur und Kleidung: Hat sich Ihr Moderationsstil in den vergangenen 20 Jahren verändert?
B. S.: Früher moderierte ich strenger, ich hatte mir eine gewisse Seriosität verordnet. Heute bin ich lockerer, sicher auch authentischer.

20 Jahre sind im so schnelllebigen Fernsehgeschäft eine Ewigkeit. Was ist das Erfolgsgeheimnis?
B. S.: Die Ernsthaftigkeit, das Engagement aber auch der Mut der Kollegen sind entscheidend für unseren Erfolg. Wir haben vor großen Namen keine Angst, und wir nehmen uns immer wieder Zeit, an Themen dranzubleiben. Außerdem: Wir sind das Original. Als wir vor 20 Jahren mit unseren Verbraucherberichten anfingen, kannte man so etwas noch nicht. Später wurden wir oft kopiert, aber nie erreicht, weil wir uns stetig weiterentwickelt haben.

Aber was genau machen Sie bei „Extra“ anders als andere?
B. S.: Wir sind mutiger und vielfältiger, betreiben mehr Aufwand, Burkhard Kress schmuggelte Waffen an Bord eines Flugzeugs, seitdem müssen wir alle zum Scan am Sicherheitscheck auch die Schuhe vorzeigen. Wir decken Missstände auf, und wir dürfen das, weil wir Erfolg haben.

Wurden Sie als das Gesicht der Sendung je direkt mit Auswirkungen Ihres Formats konfrontiert?
B. S.: Oh ja. Beim Sicherheitscheck am Flughafen werde ich regelmäßig auseinandergenommen. Einen Spruch der Marke: „Tja, da sind Sie doch selber schuld!“ habe ich dabei nicht nur einmal gehört.

Es heißt, der damalige RTL-Geschäftsführer Dr. Helmut Thoma habe Sie abgeworben. Wie war das genau?
B. S.: Ja. Er sprach mich auf einer Veranstaltung einfach an: „Sag, hams‘ net moi a Lust, zu uns zu kommen?“.

Sie sind nicht auf sozialen Onlineplattformen, oder?
B. S.: Ich verweigere mich total. Es ist ein Irrsinn, was wir heute alles so öffentlich machen. So viel Blödsinn, der da kursiert und für alle Ewigkeit im Netz bleibt. Übrigens ist mein Sohn auch so schlau, sich rauszuhalten — ganz freiwillig!

Er ist mit 14 Jahren genau in dem Alter, in dem Sie angeblich bereits beschlossen, zum Fernsehen zu gehen.
B. S.: Das ist richtig. Mein Mädchentraum war das Fernsehen. Es war eben ein Hirngespinst, aber manchmal kommen die weiter, die spinnen. Also marschierte ich zum WDR und sagte: „ich gehe hier nicht eher weg, bis ihr mir einen Job gegeben habt – und wenn ich in der Kantine arbeite.“

Wie lange wollen sie noch vor der Kamera stehen?
B. S.: Ich bin jetzt 56 und dankbar, dass ich noch dabei bin, aber irgendwann ist Schluss. Ich will keine von diesen alten Fernsehlady sein, die ewig an ihrem Stuhl kleben.

Auf dem Foto posiert Birgit Schrowange im Jahr 1997 Oben Ohne für ein Shooting am Strand.

Speichere in deinen Favoriten diesen permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.