Katarina Witt muss nicht die Beste sein

Eislauf-Star Katarina Witt (49): “Ich muss nicht mehr überall die Beste sein”

Auf dem Eis macht ihr so schnell niemand etwas vor. Doch auch abseits des Rampenlichts weiß die Sportlerin Katarina Witt ganz genau, was sie will – und was ihr wichtig ist.

Sie war der berühmteste Sportstar der DDR, gewann als Eiskunstläuferin zweimal Olympia, wurde viermal Welt- und sechsmal Europameisterin. 2008 hängte Katarina Witt ihre Schlittschuhe an den Nagel.

Doch sich auf ihren Lorbeeren auszuruhen kommt für die 49-Jährige nicht infrage. Folgendes sagt Katarina in einem Interview in Danzig, wo sie als Markenbotschafterin von “Disney On Ice Das zauberhafte Eisfestival” die Europapremiere der Show besuchte.

Katarina WittFrau Witt, wie kam es zu Ihrem Engagement für “Disney On Ice”?
Die Show findet auf meinem Element, dem Eis, statt. Eiskunstlauf schafft es wie keine andere Sportart, auch solche Menschen zu erreichen, die sich sonst vielleicht nicht sonderlich für Sport interessieren. Die Kostüme, die Musik, die Sinnlichkeit – das ist Emotion pur. “Disney On Ice” gelingt es außerdem, den Charme der Disney-Charaktere aufs Eis zu bringen und die ganze Familie zu begeistern. Da musste ich einfach mitmachen!

Sie selbst sind in der DDR aufgewachsen, hatten als Kind keinerlei Berührung mit Micky Maus und Co.?
Das habe ich aber später nachgeholt und mir fast alle Disney-Filme angeschaut. Wenn ich heute Arielle oder Sebastian die Krabbe auf dem Eis sehe, merke ich, dass ich total verzaubert bin und mich benehme wie ein kleines Mädchen.

Juckt es Sie da gar nicht in den Füßen, auch selbst wieder aufs Eis zu steigen? Nein, gar nicht. Ich habe wunderschöne Erinnerungen an meine Zeit als Eiskunstläuferin, aber sie ist ein für alle Mal vorbei. Ich genieße es, nicht mehr ständig aus dem Koffer leben zu müssen. Aber ich muss zugeben: Als ich heute in die Halle kam, das Eis und die Lichter sah, hatte ich schon das Gefühl: Ich komme nach Hause.

Viele Profisportler kämpfen nach dem Ende ihrer Karriere mit Gewichtsproblemen. Bei Ihnen war das anscheinend nicht der Fall?
Leider doch! Auch ich habe nach meinem Ausstieg ziemlich zugelegt. Zuerst habe ich mir eingeredet, ich hätte nur meine Hosen zu heiß gewaschen. Aber dann habe ich der Realität ins Auge gesehen und beschlossen, lieber öfter zum Apfel statt zum Schokoriegel zu greifen. Außerdem mache ich ja nach wie vor Sport, gehe joggen oder walken. Am liebsten zusammen mit einer Freundin. Dann kann ich mich nicht drücken!

Sie sind heute unter anderem als Produzentin, Moderatorin, Schauspielerin und Motivationsrednerin tätig. Sind Sie dabei genauso ehrgeizig wie zu Ihrer Zeit als Sportlerin
Natürlich habe ich immer noch den Anspruch, Dinge gut zu machen und Qualität abzuliefern. Aber ich habe begriffen, dass ich nicht mehr überall die Beste sein muss. Das war ich auf dem Eis. Zu einer solchen Perfektion werde ich es bei all meinen anderen Projekten nicht mehr bringen können. Und das ist völlig in Ordnung für mich.

Was machen Sie, wenn Sie ausnahmsweise mal nicht arbeiten?
Dann genieße ich die Momente mit meiner Familie und meinen Freunden. Ich liebe es, mit ihnen gute Gespräche zu führen, zu lachen, gemeinsam zu kochen. Wobei ich eher für die Tischdeko als für die Zubereitung des Essens zuständig bin – das kann ich besser (lacht)! Nichts ist schöner, als mit den Menschen zusammen zu sein, die man liebt. Im Gegensatz zu früher kann ich aber auch das Alleinsein sehr genießen.

Und was tun Sie in solchen Momenten?
Ich höre Musik oder lese einfach mal ein gutes Buch. Außerdem habe ich riesigen Spaß am Dekorieren meiner Wohnung. Ich stelle mir Blumensträuße zusammen, hänge neue Bilder auf, wechsle je nach Jahreszeit Kissen und kleine Accessoires aus. Ehrlich, darin bin ich richtig gut!

Bekommen Sie einen Dübel in die Wand?
Nee, so etwas überlasse ich lieber Profis. Man muss auch delegieren können!

Sie sind sehr unabhängig, waren nie verheiratet, haben keine Kinder. War das eine bewusste Entscheidung?
Sagen wir es mal so: Ich war bis 43 ständig unterwegs, körperlich sehr aktiv und beruflich stark gefordert. Es hat sich einfach alles so ergeben, und es ist okay. Ehrlich, Sie müssen sich keine Sorgen um mich machen (lacht). Ich habe ein sehr ausgefülltes Privatleben!

“Disney On Ice – Das zauberhafte Eisfestival” geht auf Tour
BERLIN, VELODROM:
Do. 19.2.2015; Fr. 20.2.2015; Sa. 21.2.2015; So. 22.2.2015
REGENSBURG, DONAU ARENA:
Do. 26.2.2015; Fr. 27.2.2015; Sa. 28.2.2015; So. 1.3.2015
OBERHAUSEN, KÖNIG-PILSENER-ARENA:
Do. 5.3.2015; Fr. 6.3.2015; Sa. 7.3.2015; So. 8.3.2015
INFOS: www.disney.de/disney-on-ice/ Das-zauberhafte-Eisfestival/

“Das bin ich”
Katarina Witt wurde am 3. Dezember 1965 in Staaken (DDR) geboren. Sie ging auf eine Kinder- und Jugendsportschule, erreichte 1979 als Eiskunstläuferin erstmals das Podium bei den DDR-Meisterschaften. Im Laufe ihrer Karriere gewann sie vier Welt- und sechs Europameistertitel sowie zweimal die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen. 2005 gründete sie die Katarina Witt Stiftung, die Kindern auf den Gebieten der Katastrophenhilfe, der medizinischen Versorgung und der Sportförderung unterstützt. 2008 zog sich Katarina Witt aus dem Profisport zurück. Sternzeichen: Schütze
Mein Motto: Alles im Leben hat seine Zeit

Auf dem Foto zeigt sich Katarina Witt im Jahr 1998, Total Nackt im Playboy.

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